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GründerUni Bayreuth - Geschäftsstelle des Instituts für Entrepreneurship & Innovation

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helpling

Unser Alumnus (Philosophy & Economics) Benedikt Franke ist Co-Founder von helpling, Europas führender Online-Marktplatz zur Vermittlung von selbstständigen Putzkräften und weiteren haushaltsnahen Dienstleistungen. Auf der Webseite oder über die App können Kunden innerhalb weniger Klicks eine haftpflichtversicherte Reinigungskraft buchen. Darüber hinaus vermittelt Helpling über Partnerunternehmen weitere haushaltsnahe Dienstleistungen, wie z. B. professionelle Fensterreinigung, Möbelaufbau oder Malerarbeiten.

Die Gründungsgeschichte von helpling

Benedikt Franke und Philip Huffmann kennen sich seit der Kindheit und haben bereits 2010 ihr erstes gemeinsames Unternehmen gegründet. Mit Helpling arbeiten sie seit 2014 daran, haushaltsnahe Dienstleistungen digital verfügbar zu machen Ursprünglich entstand die Idee für Helpling aus dem privaten Problem, eine vertrauenswürdige Haushaltshilfe zu finden. Der Markt der privaten Wohnungsreinigungen ist komplett intransparent und zu fast 90 Prozent von Schwarzarbeit dominiert. Insbesondere haushaltsnahe Dienstleistungen sind online nicht zugänglich. Helplings Ziel ist es, mit Technologie einen unregulierten Markt zu strukturieren und beide Seiten - Haushalte und Dienstleister - schnell und effektiv zusammen zu bringen.

Welche Lehrangebote im Bereich Entrepreneurship haben Sie an der Universität Bayreuth in Anspruch genommen?

Keine, da es keine gab. Leider.

Was können Sie aus Ihren Erfahrungen die Gründung betreffend an Interessierte (Studierende) weitergeben?

Machen. Viele haben Ideen, aber eine Idee ist nichts wert. Wenn die Idee fehlt, lohnt sich der Einblick in junge bzw. digitale Unternehmen. Ein Berufseinstieg in der Industrie ist waste of time. Das Umfeld und die dort vorherrschende Geisteshaltung ist prägend. Ich würde selbst von einem Einstieg in die Digitaleinheit eines Corporates abraten. Die wirklich guten Leute, von denen man lernen sollte, sind hier sehr selten zu finden.

Was war das ausschlaggebende Ereignis für die Gründungsidee?

Es gab nicht das Ereignis. Und in den seltensten Fällen ist die Idee zwei Jahre nach Gründung noch dieselbe.

Welche Angebote der Uni Bayreuth haben Ihnen während der Gründungsphase geholfen und welche hätten Sie noch gebraucht?

Ich habe erst einige Jahre nach meinem Abschluss in Bayreuth gegründet. In Bayreuth gab es m.E. keine Angebote. Deutlich hilfreicher war mein Master an einer Business School. Hier waren Vorlesungen und Seminare mit erfolgreichen Gründern ausschlaggebend. Vorbilder eröffnen Perspektiven. 

Wie hilfreich war/ist ein Netzwerk für ihre Gründung?

Fundamental. Dieses habe ich aufgebaut, nachdem ich aus der Beratung in die Internetszene in Berlin eingetaucht bin. Deshalb halte ich auch eine Corporate- oder Industrietätigkeit für nicht zielführend auf dem Weg zur Gründung.

Ist es Ihrer Meinung nach einfacher, alleine zu gründen oder doch lieber im Team?

Das kommt darauf an, im allgemeinen sicherlich im Team. Jedoch ist selten Platz für mehr als zwei Gründer.

Was halten Sie davon, dass auf dem Campus der Universität ein Institut für Entrepreneurship & Innovation mit „Gründerbüros“ und „Café“ errichtet wird, in welchem Gründungsinteressierte ihren Geschäftsideen nachgehen, sich treffen, austauschen und Partnerschaften knüpfen können?

Die Absicht ist begrüßenswert und das Signal positiv. Ich glaube aber, dass der Wohnzimmertisch in der WG mindestens so gut geeignet ist, wie ein Gründercafe. Wichtiger fände ich die Vermittlung von relevanten Kenntnissen wie Programmierung, Data Science und digitalem Marketing. Wer heute BWL studiert und keine Grundkenntnisse der Programmierung hat oder ein Dataset mit Python analysieren kann, hat die Anforderungen der Zukunft nicht verstanden. Das gilt auch, wenn man nicht Gründer, sondern Investment Banker werden will. Das Konzept einer Swot Analyse kann man in zwei Minuten verstehen, online Marketing ist viel komplexer und viel relevanter. Niemand macht eine 5 forces Analyse vor einer Gründung. Wie baue ich schnell und kostengünstig einen Prototypen, ist die deutlich relevantere Frage. Ein Institut sollte den Kontakt zu Gründern, Experten und Investoren aus der Praxis herstellen, um nicht als Projekt im Elfenbeinturm zu bleiben. Coding Kurse, hackathons und in Maßen design thinking Workshops können sehr schnell für erste Gründungen sorgen. 

Verantwortlich für die Redaktion: Simone Wedlich

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