Druckansicht der Internetadresse:

GründerUni Bayreuth - Geschäftsstelle des Instituts für Entrepreneurship & Innovation

Seite drucken

News

zur Übersicht


Bayreuther Studierende gründen das Startup "Afyamoto"

​19.11.2020

Die beiden Bayreuther Studierenden Katrin Frotscher (Jura, Bachelor of Law) und Leon Meier (BWL, Bachelor) sind Founder des Startups Afyamoto, das aus dem früheren Uni-Projekt Afyamoto Cookstoves entstanden ist. Afyamoto ist ein nachhaltiges Fair-Trade-Label, das durch eCommerce und sozialem Unternehmertum zu gesellschaftlichem Wandel in Afrika beitragen will. Uns haben sie die folgenden Fragen rund um Afyamoto und Gründung beantwortet: 

Was war eure Motivation ein Startup zu gründen?

„Der Wunsch, selbst ein eigenes Unternehmen aufzubauen, schlummert in uns beiden schon seitdem wir denken können. Daher ist es auch keine Überraschung, dass wir uns im Gründerforum der Uni Bayreuth kennengelernt haben. Ich hatte bereits im 3. Semester mit Kommilitonen das Ofenprojekt „Afyamoto“ auf die Beine gestellt, tansanisch für „Gesundheit und Feuer“, zu dem Katrin im Sommer 2018 dazu stieß“, sagt Leon. Ziel war es, die Gesundheit der ärmeren Bevölkerung Tansanias zu schützen, da diese teilweise immer noch mit offenem Feuer in geschlossenen Räumen kocht. „Die Idee hierzu kam mir während eines FSJ 2015. Ich war beindruckt von der atemberaubenden Natur, der farbenfrohen Kultur, vor allem aber von der Lebensfreude der Menschen, die sie trotz der schwierigen Lebensumstände beibehielten: Jeder zweite Tansanier lebt unter der Armutsgrenze, das Bildungs- und Gesundheitssystem weist tiefgreifende Lücken auf und die Ungleichbehandlung von Mann und Frau ist nach wie vor Gang und Gebe - um nur einige Probleme zu nennen.“ Das Uni-Projekt war ein guter Start, aber brachte noch nicht den gewünschten Impact. „Nachdem wir beide im Rahmen unserer Urlaubssemester Erfahrungen im eCommerce als Co-Founder von Clouberry, einer B2B-Plattform für nachhaltige Corporate Gifts, sammeln durften, kam uns im Zuge der Corona-Pandemie die Idee, den Menschen vor Ort u.a. durch den Verkauf von handgefertigten und fair produzierte Masken, made in Tansania, zu helfen, da das Land ist stark vom Tourismus abhängig, der durch die Krise schlagartig ausblieb.“

Was ist die Vision von "Afyamoto" und wie setzt ihr sie um?

„Wir stehen vor den wohl größten Herausforderungen unserer Zeit. Corona hat unsere Gesellschaft disruptiv erschüttert. Das ist Gefahr und Chance zugleich, denn der globale Klimawandel ist Realität und verändert unseren Lebensraum merklich. Um Lebensgrundlagen und -chancen der Menschheit dauerhaft zu sichern, müssen wir global und umfassend denken“, so Katrin. Trotz großer Zielsetzung der internationalen Staatengemeinschaft im Jahr 2015 haben wir kaum nennenswerte Fortschritte in Sachen Klimaschutz gemacht. Mit Afyamoto wollen wir Verantwortung übernehmen und Menschen in Entwicklungsländern wie Tansania ein faires Einkommen ermöglichen und das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum in Deutschland stärken. Unsere Mission: Fair produzierte afrikanische Mode und Accessoires mit aktuellen Styles zu kombinieren und der Welt zugänglich zu machen. An oberster Stelle dabei: Fairness und Respekt im Umgang mit Mensch und Natur. Mit unseren ersten Produkten, handgefertigte Mund-Nasen-Masken aus farbenfrohem, tansanischen Kitenge, wollen wir zum Tragen von wiederverwendbaren, waschbaren Masken anregen. Das vermeidet Müll und sichert Ressourcen an medizinischen Produkten, die an anderer Stelle dringend gebraucht werden. Sie werden CO2-neutral hergestellt und klimaneutral versendet. Unsere Verpackungen bestehen zu 50% aus Graspapier, die aktuell umweltfreundlichste Alternative zum herkömmlichen Papier aus Holz. Zur Erreichung unserer sozialen Ziele geben wir 50% der Gewinne in den Aufbau unserer nachhaltigen Wertschöpfungskette sowie Infrastruktur & Bildung in Tansania - nachhaltig und von innen heraus.

Welche Lehrangebote oder Events im Bereich Entrepreneurship habt ihr an der Universität Bayreuth schon (neben der aktuellen) in Anspruch genommen bzw. welche wären für den weiteren Gründungsprozess noch hilfreich?

Wir finden es super, dass die Uni Bayreuth sich als Gründungsuniversität positioniert und eine eigene Stabsabteilung Entrepreneurship & Innovation mit vielfältiger Unterstützung eingerichtet hat. Wir haben vor einiger Zeit selbst mit unserem Projekt an der Case Study Entrepreneurship & Innovation mit Frau Dr. Rese teilgenommen, in welchem wir die Unterstützung beim Schreiben unseres damaligen Businessplans bekamen.

An dieser Stelle noch einmal großes Lob an euer Team. Ihr macht einen klasse Job!

Unser Tipp: Da wir aus eigener Erfahrung wissen, dass eine Gründung parallel zum Studium aus eigenen finanziellen Mitteln nicht der einfachste Weg ist, empfehlen wir sich vorab über mögliche Förderungen ausgiebig zu informieren.

Facebook Twitter Youtube-Kanal Instagram LinkedIn Blog UBT-A Kontakt